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WFG - Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein mbH

Fachkräfteforum 2020

16.03.2020

Fachkräfteforum 2020 zeigte Handlungsempfehlungen um Fachkräftemangel im MINT-Bereich zu begegnen


„Mitarbeiter für technisch-gewerbliche Berufe – wie finde ich meine Fachkräfte von morgen?“, so lautete das Motto des diesjährigen Fachkräfteforums der Fachkräfte-Allianz Mayen-Koblenz.

Das Thema des allgegenwärtigen Fachkräftemangels ist in aller Munde, auch im Landkreis Mayen-Koblenz. Unternehmen kämpfen zunehmend mit der Schwierigkeit Arbeitsplätze im Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) nachzubesetzen. Denn schlichtweg fehlt es an Auszubildenden.

Dr. Oliver Koppel, Arbeitsmarktexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln e.V. und Referent des Abends, machte klar: auch in Zukunft ist nicht mit einem Aufatmen zu rechnen. Herausforderung: die demographischen Entwicklungen sind ungünstig bei einem Verhältnis von 13,1 Millionen Erwachsenen im Alter zwischen 45 und 54 Jahren zu 7,4 Millionen Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 5 und 14 Jahren. Zusätzlich hat sich in den letzten 20 Jahren die Zahl der Studienanfänger verdoppelt und die Zahl der Ausbildungsanfänger sank. Besonders sind offene Stellen in den Bereichen Energie- und Elektrotechnik sowie Mechatronik zu verzeichnen, erklärte der Referent.

Argumente zum Locken
Auch wenn technisch-gewerbliche Berufe oft mit geringeren Verdienstmöglichkeiten in Verbindung gebracht werden, zeigte Dr. Koppel gegenteiliges: „Ein Erwerbstätiger mit Abschluss eines MINT-Ausbildungsberufes verdient heute nicht selten mehr als ein Erwerbstätiger mit dem Abschluss eines geisteswissenschaftlichen Studiums“. Ein Argument, das zum Überdenken der Berufswahl anregen sollte. Gleichzeitig sind in diesem Bereich gute Aufstiegsmöglichkeiten sowie eine deutlich höhere Arbeitsplatzsicherheit zu verzeichnen. In ferner Zukunft werden die bereits heute schon sehr stark nachgefragten Arbeitskräfte durch die Demographie bedingt eine noch stärkere Nachfrage erfahren.

Handlungsempfehlungen
Eine berühmtberüchtigte Frage, die sich viele Unternehmer auf der Suche nach Nachwuchskräften stellen ist: Was kann man tun? Dieser Frage ging nicht nur Dr. Koppel am Ende seines Vortrages nach, sondern auch in der im Anschluss des Vortrages stattfinden Podiumsdiskussion wurde dieser Aspekt beleuchtet. „30-40% der Schüler machen eine Ausbildung, der Rest besucht weiterführende Schulen“, so Karin Butter der Albert-Schweitzer Realschule plus in Mayen. „Bei Schülern kommen Dinge zum Ausprobieren besonders gut an“. So können Schüler für MINT-Ausbildungsberufe begeistert werden. Martin Blank, Leiter des Recruiting Teams der thyssenkrupp Rasselstein GmbH ist bereits aktiv. Er betreibt eine systematische Akquisition von Auszubildenden. Er besucht mit Auszubildenden die Albert-Schweitzer Realschule plus, die den Schülern die Ausbildungsberufe des Betriebes näher bringen. „Wichtig um Schüler anzusprechen, ist eine Begegnung auf Augenhöhe“, so Blank. Er selbst begleite die Termine nur zum Austausch mit den Eltern. Wichtig ist: Die Kooperation mit Schulen. „Wir finden für jedes Unternehmen einen Platz“, erklärte Karin Butter und animierte Unternehmen Kooperationen mit Schulen einzugehen.

Podium Fachkräfteforum 2020

Foto: WFG /Emde


Für Technik begeistern
Im Anschluss an das Veranstaltungsprogramm konnten auch die Besucher des Fachkräfteforums durch das Eintauchen in die digitale Welt die Faszination von Technik hautnah erleben. Die Virtuell-Reality-Brille der Firma Goldbeck ließ die Teilnehmer die Gegenwart vergessen und ermöglichte das virtuelle Eintauchen in die Büroräume der Goldbeck GmbH. Die KM 4.0 Consulting GmbH zeigte Hologramme im Raum nur durch das Tragen einer Brille und das digitale Schweißgerät der Firma thyssenkrupp Rasselstein enthüllte so manchen geborenen Schweißer.

 

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Matthias Nolte, Nolte Werkzeugbau GmbH zum Fachkräfte-Film