Fachkräfteforum der Fachkräfte-Allianz Mayen-Koblenz rückt erfahrene Mitarbeitende in den Fokus
Erfahrene im Betrieb halten oder neu gewinnen – eine vielfach unterschätzte Chance für den Mittelstand
Wie kann ein Unternehmen erfahrene Fachkräfte länger im Betrieb halten, sie zurückgewinnen oder gar neu einstellen? Dieser Frage wurde beim diesjährigen Fachkräfteforum der Fachkräfte-Allianz Mayen-Koblenz nachgegangen. Zahlreiche Unternehmensvertreterinnen und Unternehmensvertreter kamen am 19. März unter dem Veranstaltungstitel „Wertvolle Jahre – wertvolle Mitarbeitende: Erfahrung zahlt sich aus!“ im Großen Saal der IHK Koblenz zusammen.
Jeder Unternehmer kennt die Schwierigkeiten: Schlüsselpositionen lassen sich nur schwer nachbesetzen, Fachkräfte sind auf dem Arbeitsmarkt rar – der Fachkräftemangel ein allgegenwärtiges Thema.
Der zentrale Lösungsansatz – näher als so mancher vermutet
Erfahrene Mitarbeitende – Denn Mitarbeitende, die vor dem Ruhestand stehen oder diesen bereits erreicht haben, sind heute deutlich häufiger als früher bereit länger beruflich aktiv zu bleiben oder gar ins Erwerbsleben zurückzukehren. Sie stellen ein vielfach unterschätztes Potential dar.
Stefanie Schneider, Dipl. Wirtschaftspsychologin, erfahrene Personalleiterin und heute Unternehmensberaterin zur Beschäftigung Älterer, zeigte in Ihrem Impulsvortrag, wie Unternehmen das unterschätzte Potential erfahrener Fach- und Führungskräfte voll ausschöpfen können – indem sie erfahrene Beschäftigte motivieren zu bleiben, zurückzukommen oder neu zu beginnen. Flexible Übergänge in den Ruhestand, Seniorenkarrieren, Mentoringprogramme, angepasste Aufgaben- und Rollenprofile – die Möglichkeiten sind vielfältig. Auch die Neueinstellung Erfahrener zahlt sich aus. Das zeigte Schneider mit einem Exkurs nach Schweden.
Erfolgreiche Ansätze in Mayen-Koblenz
Aber auch in der Region werden bereits erfolgreiche Ansätze angewandt. Uwe Berens (Projekt 3 gGmbH) und Georg Rosenbach (Heuft Thermo-Oel GmbH & Co. KG) zeigten in einer moderierten Dialogrunde, wie sie gezielt erfahrene Beschäftigte in ihre Personalstrategien einbinden.
Uwe Berens machte deutlich: „Projekt 3 macht ganz viel, aber stets individuell. Rahmenbedingungen müssen altersgerecht angepasst werden. Organisatorisch und strukturell muss Vorsorge frühzeitig getroffen werden, um die Fluktuation in die Rente zu vermindern und Mitarbeitende möglichst lange im Unternehmen zu halten.“ Stefanie Schneider betonte: „Frühzeitige Kommunikation ist dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor.“ Ein Faktor, welchem Georg Rosenbach zustimmt: „Bei HEUFT leben wir den Leitsatz 'Menschen arbeiten für und mit Menschen'.“
„Als Familienunternehmen ist für uns selbstverständlich: junge und ältere gehören gleichermaßen dazu. Wir begegnen älteren mit derselben Wertschätzung wie jüngeren. Bei uns arbeiten bis zu drei Generationen Hand in Hand zusammen. Darauf sind wir stolz, das ist unsere innere Einstellung“, erklärte Georg Rosenbach und machte damit auch die Zusammenarbeit generationsübergreifenden Teamworks deutlich.
Das Fachkräfteforum setzte inspirierende Impulse für die regionale Wirtschaft. Beim abschließenden Get-together bot sich den Teilnehmenden die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und man ließ den Abend gemeinsam ausklingen.
Fotos: Anastasiia Pikelna/8ELF